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Strukturierte Notrufabfrage in der Zentralen Leitstelle Groß-Gerau

Ersthelfer, die bereits schon mal in der Situation waren und einen Notruf abgesetzt haben, wissen, dass man bei einem Notfall schnell an seine Belastungsgrenzen stoßen kann. Vielen sind die 5 “W-Fragen“ bekannt, die man im Erste-Hilfe-Kurs gelernt hat, um entsprechende Hilfe anzufordern. An die richtigen 5 “W-Fragen” zu denken, gelingt in einer Notfallsituation nur Wenigen.
 
Daher versuchen die Einsatzbearbeiter und Einsatzbearbeiterinnen der Leitstelle beim Eingang eines Notrufes durch gezieltes Befragen die notwendigen Informationen zu erhalten, um geeignete Rettungsmittel schnell an den Schadensort zu entsenden.
 
Um die Notrufabfrage im Kreis Groß-Gerau weiter zu optimieren, wurde die sogenannte „strukturierte Notrufabfrage“ eingeführt. Ziel ist es, dass jedes Hilfeersuchen von allen Einsatzbearbeitern und Einsatzbearbeiterinnen nach einem festgelegten Ablauf abgefragt wird. Hierzu erhielten die Kolleginnen und Kollegen der Zentralen Leitstelle Groß-Gerau eine mehrtägige Schulung und werden seit kurzem auch per Software-Modul im Einsatzleitsystem in der strukturierten Notrufabfrage unterstützt.
 
Der Einsatzbearbeiter bzw. die Einsatzbearbeiterin eröffnet das Gespräch sofort mit der Frage nach dem Notfallort und nimmt dadurch die Gesprächsführung in die Hand. Die strukturierte Notrufabfrage beinhaltet ein für alle Einsatzarten identisches Grundabfrageschema, bevor sich die einsatzbezogene Abfrage anschließt. Noch während des Telefonats erfolgt dann innerhalb kürzester Zeit eine Alarmierung der Einsatzkräfte.
 
Diese Art der Befragung könnte für den Anrufer mitunter etwas irritierend wirken, da für Außenstehende sich der Grund der Frage nicht erschließt. Zum Beispiel wird bei jedem Notruf nach dem Alter des Patienten gefragt. Hintergrund ist, dass häufig von den Anrufern nur geschildert wird, dass der Sohn ein medizinisches Problem habe. Prinzipiell ist es für die Bewertung des Notfalls weitestgehend egal, ob der Patient 20 oder 40 Jahre alt ist. Bei Kindern und Jugendlichen ist es jedoch für die Einschätzung wichtig, das genaue Alter zu kennen. Dadurch, dass die Frage immer gestellt wird, wird sie im Idealfall auch nie vergessen.
 
Parallel zum Notrufdialog kann der Einsatzbearbeiter bzw. die Einsatzbearbeiterin die Rettungsmittel bereits alarmieren, um keine Zeit zu verlieren.
 
Nach der angesprochenen Alarmierung bietet der Disponent dem Anrufer weitere Hilfe- und Verhaltenshinweise an. Diese reichen bei medizinischen Notfällen von der einfachen “Erste-Hilfe” bis zur Telefonreanimation. Bei der Telefonreanimation wird der Ersthelfer durch den Disponenten bzw. Disponentin telefonisch in der Laienreanimation angeleitet und so lange begleitet, bis der Rettungsdienst eintrifft.
 
Durch die Einführung der strukturierten Notrufabfrage ist es uns gelungen, die Hilfeleistung für die Bürgerinnen und Bürger weiter zu optimieren.
 
 
Text und Bild: Eigenbetrieb Rettungsdienst des Kreises Groß-Gerau

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