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Waldbrand in Mörfelden-Walldorf

Am 09.08.2020 wurde in den späten Nachmittagsstunden die Feuerwehr Mörfelden-Walldorf, Einsatzabteilung Walldorf, zu einem Waldbrand alarmiert der schon sehr schnell auch die Einsatzabteilung Mörfelden forderte.

Im weiteren Ablauf erfolgten weitere Nachalarmierungen, so dass zu Spitzenzeiten 65 Fahrzeuge und 350 Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreis Groß-Gerau, sowie der Stadt Frankfurt vor Ort waren.

Da sich die Einsatzstelle auf der Gemarkungsgrenze zwischen Frankfurt und dem Kreis Groß-Gerau befand, wurde eine gemeinsame Einsatzleitung gebildet.
Hierfür wurde die Führungsgruppe TEL, der ELW 2, der GW IuK und der AB Sondereinsatz angefordert. Die Werkfeuerwehr Fraport war mit Tanklöschfahrzeugen ebenfalls zeitnah hinzu gezogen worden und stellte eine zweite Wasserversorgung aus dem Brauchwassernetz des Flughafens sicher. Zusätzlich kamen speziell Großtanklöschfahrzeuge aus den Landkreisen Offenbach und Darmstadt-Dieburg zum Einsatz.
Mit zwei Polizeihubschraubern und den dafür vorgesehenen Löschmittelbehältern wurde der Einsatz der Kräfte am Boden unterstützt.

Zu diesem Zeitpunkt brannte ein Fläche von 2,5 ha des rund 25 ha großen Waldbereichs der durch die vorhandenen Waldwege ein fast quadratische Form besitzt.

In der nicht als Kampfmittelverdachtsfläch deklarierten Waldfläche detonierte am späten Abend ein Blindgänger, worauf die Einsatzkräfte zurück gezogen wurden und nur noch von den Waldwegen löschten.
Der Kampfmittelräumdienst bestätigte diese Vorgehensweise, untersagte das weitere Betreten der Waldfläche und den Überflug von Hubschraubern bis 1000 m Höhe, was auch die Löschunterstützung aus der Luft betraf.

Im Einsatzverlauf explodierte ein weiterer Blindgänger was die vorsichtige Herangehensweise bestätigte. Glücklicherweise wurde bei beiden Detonationen niemand verletzt.

Da der Wald nicht mehr betreten werden konnte kam ein unbemanntes Löschunterstützungsfahrzeug, LUF, der Werkfeuerwehr InfraServ aus Frankfurt zum Einsatz. Dies konnte mit seinem Kettenantrieb tiefer in das Waldstück eindringen und somit weitere Löscherfolge erzielen.

Um trotzdem ein Lagebild aus der Luft zu erhalten, ist die Drohne des Kreises Groß-Gerau und eine weitere Drohne der Johanniter aus Frankfurt, im Einsatz. Der zuständige Revierförster zeigte sich im Laufe des Einsatzes hocherfreut, dass der Brand im genannten Bereich gehalten wurde und befürwortete in Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Einsatzleitung die Entscheidung die Waldränder zu halten, damit sich das Feuer dort ausläuft. Hierzu wurden von der Feuerwehr Münster Kreisregner angefordert und weitere über den Hersteller bezogen. Hierzu wurden noch Wasserwerfer positioniert und an besonders neuralgischen Punkten zusätzliche Beobachter mit Strahlrohren stationiert. Somit waren und sind alle vier Seiten des Walgebietes abgedeckt.

Eine zusätzliche Wasserversorgung wurde vom Badesee Walldorf mittels zweier großvolumigen Löschwasserförderungssysteme aus Frankfurt und Mühlheim über 2 km sicher gestellt. Es handelt sich hierbei um Systeme des hessischen Katastrophenschutzes.

Seit Einsatzbeginn waren die Sanitäts- und Betreuungsdienstkräfte aller Organisationen eingebunden und mit entsprechenden Kräften vor Ort, um einerseits die Versorgung zu sichern und andererseits eine Sanitätsdienstliche Absicherung vorzuhalten.

Ein Personalwechsel erfolgt ständig alle 8 Stunden und der gesamte Personaleinsatz konnte auf rund 60 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Sanitäts- und Betreungsdienst,  gemeinsame Einsatzleitung reduziert werden.

Der Einsatz dauert zurzeit noch an und wird auch nach der Meldung "Feuer aus" umfangreiche Aufräum- und Rüstzeiten nach sich ziehen. Verletzte hat es nicht gegeben und die Schadenssumme läßt sich ebenso wenig benennen wie der Grund des Brandausbruchs.

Text: Kreisbrandinspektor F. Schmidt; Bilder: Gefahrenabwehr

                                       

 

     

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